Lässt sich mit Slow Architecture ein neuer Umgang mit Stadt und Landschaft erreichen?

Für einen Großteil der heute geplanten und verwirklichten Bauten zählt als oberster Grundsatz nicht Qualität, sondern Wirtschaftlichkeit – sie bestimmt das Aussehen unserer Städte und Gemeinden.

Slow Architecture steht für einen Gegentrend, für Qualitäts- und Verantwortungsbewusstsein und für einen Wertewandel.

Der Grohe-Dialog in Düsseldorf stellt beispielhafte Projekte vor, die eine Vorstellung davon geben, welche Facetten dieser Wandel haben kann und welche konkreten Lösungen bereits gefunden wurden.

Referenten

Francis Kéré, Berlin

Francis Kéré, Berlin
Verantwortungsbewusstsein / Werteorientierung

Francis Kéré verfolgt mit seinen Bauten in Afrika ein Lebenswerk und eine soziale Mission, mit der es ihm gelingt, weltweit Mitstreiter und Unterstützer zu gewinnen. Er verbindet zeitgenössische Architektur mit traditionellen Materialien und bezieht die lokale Bevölkerung aktiv in den Bauprozess mit ein. Seine Bauten statuieren ein Exempel der SLOW Architecture.

Martin Rauch, Schlins/Österreich

Martin Rauch, Schlins/Österreich
Traditionalisierung

Martin Rauch ist Pionier und Experte im Umgang mit Lehm und beschäftigt sich seit 1984 mit der Konzeption, Planung und Realisierung von Lehmbauprojekten und der steten Weiterentwicklung von traditionellen Bautechniken. 1999 gründete er die Firma Lehm Ton Erde. Er entwickelt und realisiert vorgefertigte Stampflehmprojekte im In- und Ausland. Seit 2010 ist er Honorarprofessor des UNESCO Lehrstuhls „Earthen Architecture“.

Armando Ruinelli, Soglio/Schweiz

Armando Ruinelli, Soglio/Schweiz
Regionalisierung / Identität

Armando Ruinelli wird nach einer Hochbauzeichnerlehre in Zürich Architekt. In seinem Geburtsort Soglio in der italienischen Schweiz im Bergell unterhält er seit 1982 sein eigenes Architekturbüro und fühlt sich der Tradition verpflichtet. Soglio zählt zu einem der besterhaltenen Bergdörfer weltweit. Dieses „Ausnahme“-Bergdorf wurde in den letzten Jahren durch die Architektur Ruinellis zur Pilgerstätte internationaler Architekturtouristen.